DIE WICHTIGSTEN SYMPTOME, DIE WIR BEHANDELN

Die Mehrheit unserer Patienten leidet an mindestens zwei Symptomen

  • Erhöhte Harnfrequenz / plötzlicher Harndrang / verzögertes Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sitzen
  • Schmerzen im Rektum / Damm
  • Genitale Schmerzen (im Penis beim Mann, in der Vagina bei der Frau)
  • Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen oder Linderung nach dem Stuhlgang
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Schmerzen im Steißbein / unteren Rücken
  • Verschlimmerung der Schmerzen durch Stress
  • Heiße Bäder und Wärme sind hilfreich
  • Durch die Symptome bedingte Depressionen / Ängste
  • Symptome schränken die Lebensqualität ein
  • Übliche Behandlungen helfen nicht
  • Medizinische Untersuchungen finden keine Diagnose

INTESTITIELLE ZYSTITIS (IC)

DAS WISE-ANDERSON-VERFAHREN (STANFORD VERFAHREN) UND DIE BEHANDLUNG DER INTERSTITIELLEN ZYSTITIS (IC)

In den Vereinigten Staaten wird bei schätzungsweise 700.000 bis 4.000.000 Menschen (ca. 90% davon Frauen) eine interstitielle Zystitis (IC) diagnostiziert, eine Diagnose, die üblicherweise auf eine Entzündung oder Geschwürbildung in der Blase hinweist, bei der die Kapazität der Blase, Urin zu halten, vermindert ist. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich der Zustand vieler Patienten mit der Diagnose IC bedeutend verbessert, wenn sie das Wise-Anderson-Verfahren anwenden.

INTERSTITIELLE ZYSTITIS (IC): EINE UMSTRITTENE DIAGNOSE

Manche Ärzte halten die interstitielle Zystitis für eine umstrittene Diagnose. Wir haben in unserer Praxis die Erfahrung gemacht, dass sich die Symptome bei vielen unserer Patienten mit der Diagnose IC erheblich verbessern, ohne dass wir uns der Blase in irgendeiner Weise annehmen. Nicht wenige unserer Patienten wurden ohne irgendeine Untersuchung der Blase und mithilfe umstrittener Testverfahren diagnostiziert.

Eine der erfolgreichsten Behandlungsmethoden für die interstitielle Zystitis ist eine Physiotherapie des Beckenbodens. Mary Pat Fitzgerald und Rodney Anderson berichten im Journal of Urology, Band 182, Nummer 2, August 2009, S. 570–580 Folgendes:

An der Studie nahmen 23 Männer (49%) und 24 Frauen (51%) teil, die über eine Periode von 6 Monaten randomisiert wurden. Von diesen Patienten wurden 24 (51%) nach dem Zufallsprinzip dem Behandlungsarm therapeutische Ganzkörpermassage und 23 (49%) dem Arm myofasziale Physiotherapie zugeteilt. 44 Teilnehmer (94%) schlossen die Studie ab. Die Compliance der Therapeuten mit den Behandlungsverfahren war ausgezeichnet. Der Gesamtanalye zufolge war die Ansprechrate in der mit myofaszialer Physiotherapie behandelten Gruppe mit 57% erheblich höher als die Rate in der mit therapeutischer Ganzkörpermassage behandelten Gruppe (21%) (p = 0,03).

Schlussfolgerungen: Wir beurteilten die Machbarkeit einer groß angelegten Studie verschiedener Physiotherapiemethoden. Die den vorläufigenen Ergebnissen zu entnehmende positive Wirkung der myofaszialen Physiotherapie lassen uns weitere Untersuchungen als lohnend erachten.

DIE INTERSTITIELLE ZYSTITIS WIRD MÖGLICHERWEISE MIT EINER BECKENBODENFUNKTIONSSTÖRUNG VERWECHSELT

Bei der interstitiellen Zystitis, wenn eine solche wirklich vorliegt, kann es sich tatsächlich um eine Funktionsstörung des Beckenbodens handeln. Wir stellen häufig fest, dass Patienten mit IC mit unserem Verfahren eine erhebliche Besserung erzielen. Obwohl wir Patienten mit der Diagnose IC als Gruppe nicht spezifisch studiert haben, wissen wir, dass Ängste und emotionale Erregbarkeit wesentliche Merkmale von Patienten mit IC sind. Wir gehen darum davon aus, dass unser Verfahren mit seinem Fokus auf der Verringerung der Erregung des Nervensystems diesen Patienten wesentlich helfen kann.

Hanno erläutert das Thema Angstzustände und psychische Störungen als Begleiterkrankungen bei IC in seinem Artikel Painful Bladder Syndrome/Interstitial Cystitis and Related Disorder in elsevierhealth.co.uk 2007;
“Es besteht eine hohe Inzidenz von Begleiterkrankungen, unter anderem Depressionen, chronische Schmerzen, Angstzustände und allgemeine psychische Störungen (Michael et al. 2000; Rothrock et al. 2002: Hanno, Baranowski, Fall et al. 2005)”
Manche Forscher vermuten, dass eine Blasenentzündung möglicherweise als Folge einer neurogenen Entzündung auftritt, die eine Reaktion auf eine andauernde Schutzhaltung gegenüber den Beckenmuskeln ist.

LOKALISTION DER SCHMERZEN, DIE MIT DER INTERSTITIELLEN ZYSTITIS VERBUNDEN SIND

In einer noch nicht lange zurückliegenden Studie von 264 Frauen mit IC, die von Ärzten an der Universität von Maryland und der Johns Hopkins Universität durchgeführt wurde, stellte man fest, dass die Befragten die verschiedenen Schmerzstellen recht genau erkannten und ihre damit verbundenen Schmerzempfindungen als “pochend, empfindlich, stechend oder schmerzend” beschrieben. Die schmerzenden Stellen im Genitalbereich wurden als “brennend, stechend und scharf beschrieben. Die Reihenfolge der am häufigsten erwähnten Schmerzstellen war: der suprapubische Bereich (oberhalb des Steißbeins), der Harnröhren- und Genitalbereich, gefolgt von anderen nicht-urogenitalen Stellen. Suprapubische und Harnröhrenschmerzen wurden von Frauen zu 50% oder mehr als sich verschlechternd bezeichnet, wenn die Blase sich füllte oder kurz vor der Entleerung war, obwohl dieses Symptom auch bei Patienten mit nicht-interstitieller Zystitis auftreten kann. Ungefähr 80% der Befragten in dieser Studie gaben ebenfalls eine Verschlimmerung der Schmerzen in diesen Bereichen nach dem Konsum gewisser Speisen und Getränke an, was wir unten erörtern werden.

Eine Zystoskopie unter Narkose mit Hydrodistension der Blase gilt bei der Diagnose der interstitiellen Zystitis als Goldstandard. Diese Methode der Diagnoseerstellung wurde durch eine von Waxman et al. an der Universität Texas A&M durchgeführte signifikante Studie in Frage gestellt (Journal of Urology, Band 160, Nummer 5, November 1998, S. 1663–1667). Diese Studie stellte fest, dass sich die Blasen asymptomatischer Frauen, die sich im Rahmen einer Eileiterligatur einer Zystokopie unter Narkose mit Hydrodistension unterzogen, nicht von den Blasen von Frauen mit einer IC-Diagnose, die Symptome meldeten, unterschieden. Der Artikel hielt fest:

Ergebnisse: Insgesamt erklärten sich 20 normale Frauen im Durchschnittsalter von 29 Jahren mit einer Standardabweichung von plus oder minus 6 Jahren bereit, während einer laparoskopischen Ligatur der Eileiter an dieser Studie teilzunehmen. Es wurden Fotografien verschiedener Blasenstellen vor und nach der Distension mit 890 +/- 140 ml gemacht, und diese wurden auf einer Skala von 1 bis 5 als 1,4 +/- 0,3 (vor der Dehnung) und 3.1 +/- 1,1 (nach der Dehnung) eingestuft. Ein Anstieg in der Bewertung nach der Dehnung wurde bei normalen Teilnehmerinnen in der gleichen Größenordnung und in gleichem Verhältnis festgestellt wie bei den Patientinnen mit Symptomen einer interstitiellen Zystitis (8 bis 19 symptomatische Patientinnen in dieser Gruppe erfüllten die Diagnosekriterien für interstitielle Zystitis). Geringe, jedoch bedeutende Unterschiede zwischen verschiedenen Stellen in der Blase wurden wahrgenommen, jedoch nicht zwischen Dehnungsintervallen von 2 und 6 Minuten.
Schlussfolgerungen: Läsionen in der Blasenschleimhaut, die bei Patienten mit der Diagnose IC typischerweise mit irritativen Symptomen beim Wasserlassen und Beckenschmerzen verbunden sind, wurden bei asymptomatischen Frauen beobachtet.

TRIGGERPUNKTE UND DIE INSTERSTITIELLE ZYSTITIS: EIN MUSKELKRAMPF IM BECKEN

Wir haben im Verlauf unserer über 20-jährigen klinischen Praxis bei Patienten mit einer früheren IC-Diagnose eine große Anzahl schmerzhafter myoaszialer Triggerpunkte (einen durch Stress verursachten Muskelkrampf im Becken) in den internen und externen Beckenmuskeln festgestellt. Wir sind zum Schluss gekommen, dass ein hartnäckiger Kreislauf von chronischen Ängsten sich meistens über Jahrzehnte hinweg in einer Anspannung des Beckenbodens manifestiert, bis dieser sich nicht mehr entspannt und schmerzhaft und in seiner Funktion gestört wird. Wir glauben, dass Patienten Schmerzen oft nicht an der Stelle empfinden, an der diese ihren Ursprung haben. Dies ist ein äußerst wichtiger Punkt, denn herkömmliche medizinische Behandlungen konzentrieren sich häufig auf einen festgestellten schmerzhaften Zustand, nicht auf die Stelle, von der die Schmerzen ausgestrahlt werden. Das Wise-Anderson-Verfahren behandelt sowohl den Stress, der unserer Meinung nach die Schmerzen ursprünglich verursacht hat, als auch die unmittelbare Stelle im Becken, von der diese ausgehen.

DURCHBRECHEN DES KREISLAUFS VON ANSPANNUNG, SCHMERZEN, SCHUTZHALTUNG UND ÄNGSTEN

pel8

Tension-anxiety-pain-protective guarding self-feeding cycle

Das Wise-Anderson-Verfahren hat zum Ziel, den Kreislauf von Anspannung, Ängsten, Schmerzen und Schutzhaltung zu durchbrechen. Wir helfen unseren Patienten am besten, Ängste abzubauen, indem wir sie im Rahmen unseres Behandlungsverfahrens dazu befähigen, sich selbst zu helfen und ihre Schmerzen und die damit verbundenen Symptome zu lindern. Die Methoden, die wir dazu verwenden, sind eine regelmäßige interne und externe physiotherapeutische Selbstbehandlung, das regelmäßige Üben der paradoxen Entspannung, und das unter Kontrolle Bringen negativer und ängstlicher Gedanken, die dazu neigen, in Katastrophengedanken auszuarten. Das Wise-Anderson-Verfahren führt in 6 Monaten zu einer Reduzierung der Empfindlichkeit der Triggerpunkte/ Schmerzempfindung im Beckenboden von 7,5 auf 4 auf einer Skala von 1-10.

Wir bieten eine Anleitung zur Anwendung des Wise-Anderson-Verfahrens in der Form einer monatlich durchgeführten 6-tägigen Intensivbehandlung in Santa Rosa, Kalifornien an. Nähre Informationen dazu finden Sie weiter unten.

DIE INTERSTITIELLE ZYSTITITS IST SOWOHL EINE LOKALE ALS AUCH EINE SYSTEMISCHE ERKRANKUNG

Hilfe für ihr Leiden und eine Linderung der damit verbundenen, oft verwirrenden und besorgniserregenden Symptome – das ist es, was Patienten mit interstitieller Zystitis sich von einer Behandlung versprechen, wenn sie einen Arzt aufsuchen. Herkömmliche Therapien beruhen jedoch fast immer auf Missverständnissen über die interstitielle Zystitis. Die Heilmittel, die sie anbieten, wirken im besten Fall nur teilweise und kurzfristig, und Maßnahmen wie chirurgische Eingriffe oder gewisse Injektionen können das Problem noch verschlimmern.

Der grundsätzlich Irrtum, dem eine konventionelle Behandlung der interstitiellen Zystitis unterliegt, besteht im nicht Erfassen der Tatsache, dass es sich bei dieser Erkrankung sowohl um ein systemisches als auch um ein lokales Problem handelt – systemisch, weil das Nervensystem, das typischerweise stark erregt ist, die Beckenmuskulatur chronisch anspannt. Wir haben es auch mit einem lokalen Problem zu tun, weil chronische Besorgnis, Ängste und nervöse Erregung bei gewissen Menschen zu lokalen Schmerzen und einer Funktionsstörung der Beckenmuskulatur führen. Ohne eine wirksame Behandlung beider Aspekte lässt sich eine interstitielle Zystitis nicht heilen.

Unsere 6-tägige Intensivbehandlung, die wir das ganze Jahr hindurch anbieten, widmet sich sowohl den lokalen als auch den systemischen Dimensionen der interstitiellen Zystitis: Wir schulen unsere Patienten in einer den neusten Kenntnissen entsprechenden internen und externen physiotherapeutischen Selbstbehandlung (lokale Behandlung) und üben mit ihnen täglich unsere Entspannungsmethode, die sogenannte paradoxe Entspannung, mit dem Ziel, die Erregung des Nervensystems zu reduzieren.

DAS WISE-ANDERSON- VERFAHREN

Eine 6-tägige Intensivbehandlung

Wir begannen 1995 an der Universität Stanford mit der Behandlung von Patienten mit verschiedenen Beckenbodenfunktionsstörungen im Rahmen herkömmlicher Arztpraxisbesuche. Im Jahr 2003 nahmen wir eine Umgestaltung unserer Therapie vor und bieten diese seither als eine 6-tägige Intensivbehandlung in einer Privatpraxis in Santa Rosa, Kalifornien an. Die jeweils auf 14 Patienten beschränkte und das ganze Jahr hindurch angebotene Intensivbehandlung hat sich seither weiter entwickelt und implementiert nun das Wise-Anderson-Verfahren, eine Therapiemethode, die darin besteht, dass wir Patienten beibringen, wie sie ihre chronisch verkrampfte Beckenbodenmuskulatur täglich selber rehabilitieren und ihre Ängste reduzieren können. Das Wise-Anderson-Verfahren, das von Patienten nach einer entsprechenden Schulung durch uns täglich zu Hause als Selbstbehandlung angewendet wird, hat inzwischen vielen Menschen ihr Leben zurückgegeben. Unsere Selbstbehandlungsmethode hat zum Ziel, Patienten soweit zu helfen, dass sie künftig nicht mehr auf zusätzliche ärztliche Hilfe angewiesen sind. Seit über zehn Jahren dokumentieren wir die Ergebnisse, die wir durch die Schulung von Patienten in unserer Selbstbehandlungsmethode erzielt haben, durch entsprechende Forschungsstudien.

Weitere Informationen finden Sie unter ‘Intensivbehandlung’. Bitte klicken Sie hier.

For questions about cost and eligibility please fill out the form below, email us at [email protected] or contact our office at +1 (707) 332-1492.

 

SYMPTOME DER INTERSTITIELLEN ZYSTITIS (IC)

(Die Mehrheit unserer Patienten leidet an mindestens zwei Symptomen)


  • Ein häufiger Harndrang kann vom Patienten als störend bis hin zu beeinträchtigend empfunden werden.
  • In der Regel wird ein nagendes Gefühl in der Blase/Harnröhre/den Genitalien wahrgenommen
  • Normalerweise hat der Patient nach dem Wasserlassen das Gefühl, die Blase habe sich nicht wirklich entleert, und er müsse erneut urinieren.
  • Das Gefühl der Erleichterung, das man ohne Beckenschmerzen nach normalem Urinieren empfindet, bleibt aus
  • Häufiger/plötzlicher Harndrang kann dazu führen, dass der Patient das Gefühl hat, sich ständig in der Nähe einer Toilette aufhalten zu müssen. Manchmal lässt sich der Harn nur schwer halten, wenn der Drang zu urinieren einmal aufgetreten ist
  • Im Kino oder auf einer Sportveranstaltung wählt der Patient gewöhnlich einen Gangplatz aus, damit er jederzeit schnell hinaus kann
  • Manche Patienten haben den Eindruck, ihr Leben drehe sich um die Sorge, ob eine Toilette nahebei ist
  • Plötzlicher Harndrang und häufiges Wasserlassen können zu Schlafmangel führen, weil man nachts häufig aufwacht oder Schwierigkeiten hat, nach dem Aufwachen wieder einzuschlafen
  • Obschon die Anzeichen und Symptome der interstitiellen Zystitis unter Umständen jenen der Harnwegsinfektion gleichen, enthalten Urinkulturen in der Regel keine Bakterien Die Symptome eines Patienten mit interstitieller Zystitis können sich jedoch verschlimmern, wenn dieser eine Harnwegsinfektion entwickelt

  • Eine Dysurie kann sehr schmerzhaft sein; sie macht das Urinieren zur Qual und löst zusätzliche Schmerzen aus
  • Brennen oder Schmerz beim Wasserlassen ist oft beunruhigend und mit einer Beckenbodenfunktionsstörung verbunden
  • Manchmal empfindet der Patient keine Schmerzen während des Urinierens, nur danach
  • Wenn die chronische Verkrampfung und myofasziale Anspannung der Beckenmuskulatur sich gelöst haben, verschwindet die Dysurie ebenfalls

  • Eine Nykturie wird oft zu einem großen Problem, weil sie den Schlaf der Betroffenen so gravierend stört, dass sie dauernd erschöpft sind
  • Auf Schlafmangel beruhende Erschöpfung kurbelt den Kreislauf von Anspannung, Schmerzen, Schutzhaltung und Ängsten an

  • Bei Männern handelt es sich hier um ein wichtiges Symptom, das medizinisch untersucht werden muss, um abzuklären, ob die Ursache des reduzierten Harnstrahls eine Vergrößerung der Prostata oder ein anderes Problem ist
  • Manche Menschen mit muskelbezogenen Beckenschmerzen müssen beim Urinieren auf das Einsetzen des Harnstrahls warten
  • Die Verzögerung beim Entleeren der Blase kann sich verschlimmern, wenn der Urin so lange verhalten wird, bis es unangenehm ist (weil nach unseren Spekulationen die Anspannung der Muskeln, die den Urin zurückhalten, zu einer Art Verkrampfung führt, die sich beim Urinieren nur langsam löst)
  • Ein reduzierter Harnstrahl kann vor allem bei jungen Männern zu einem geringen Selbstwertgefühl und Hypochondrie beitragen
  • Wenn Symptome bei der Harnausscheidung Teil eines chronischen Beckenschmerzsyndroms sind, verbessert sich der Harnfluss möglicherweise nach der Heilung des Beckenbodens

  • Dammschmerzen sind bei den von uns behandelten Menschen mit der Diagnose IC ein häufig auftretendes Symptom; der Damm befindet sich im Intimbereich und schmerzt unter Umständen andauernd, was sehr belastend sein kann
  • Die meisten Beckenbodenmuskeln setzen am Damm an, wodurch ausgestrahlte (nicht an der ursprünglichen Stelle empfundene) Dammschmerzen viele Quellen haben und auf der rechten oder linken Seite auftreten können
  • Der Damm und der Analspinkter sind Körperteile, in denen Patienten das Gefühl empfinden, “auf einem Golfball zu sitzen”
  • Sitzen oder Stehen kann Schmerzen im Damm verschlimmern
  • 79 Prozent der Teilnehmer an einer im Jahr 2009 in Stanford durchgeführten und im Journal of Urology veröffentlichten klinischen Studie klagten über Schmerzen im Damm
  • Wir haben die wichtigsten Bauch- und Beckenmuskeln, die Schmerzen zum Perineum ausstrahlen (Rectus abdominus, Adductor magnus und Coccygeus), dokumentiert

  • Sitzen ist bei Beckenschmerzen oft mit großem Leiden und Ängsten verbunden; das wirkt sich auf alle Aspekte eines normalen Lebens aus
  • Sitzen kann Beschwerden/Schmerzen/Symptome entweder auslösen oder verschlimmern, und diese können entweder vorne oder hinten im Becken oder im ganzen Beckenbereich auftreten
  • Schmerzen beim Sitzen sind in der Regel am morgen milder, nehmen jedoch im Verlauf des Tages zu und können bis in die Nacht hinein andauern
  • Patienten halten in Restaurants häufig nach gepolsterten Sitzplätzen Ausschau, weil das Sitzen für sie so unangenehm ist
  • Schmerzen beim Sitzen können das Zusammensein mit Freunden oder Angehörigen zur Qual machen
  • Es ist schwierig, auch nur kurze Distanzen zu fliegen oder zu fahren, ohne dass Schmerzen auftreten
  • Manchmal werden Patienten auf die Dauer arbeitsunfähig, wenn ihre Arbeit mit Sitzen verbunden ist

  • Bei Frauen sind Schmerzen in der Vagina auf der rechten oder linken Seite verbreitet
  • Schmerzen in der Vulva gehen bei Frauen manchmal mit Beckenschmerzen einher
  • Wir haben bei Patienten mit muskelbezogenen Beckenschmerzen beobachtet, dass Schmerzen im Genitalbereich in der Regel vom vorderen Muskel des Levator ani zum Beckenboden ausgestrahlt werden

  • Suprapubische Schmerzen (oberhalb des Schambeins) sind ein verbreitetes Symptom
  • Suprapubische Schmerzen treten häufig bei Patienten mit erhöhter Harnfrequenz, Harndrang, verzögertem Harnstrahl und anderen Symptomen im vorderen Becken auf
  • Druck auf diesen Bereich kann manchmal zu einer Ausstrahlung der Schmerzen in den anorektalen Bereich (Anus und Rektum) führen; manchmal wird der Schmerz auch in der Blase empfunden
  • Der Schmerz kann auf einer Seite oder in der Mitte auftreten

  • Schmerzen im Steißbein kommen häufig vor
  • Es handelt sich typischerweise um vom Beckenboden oder von Muskeln, die am Steißbein befestigt sind, ausgestrahlte Schmerzen (Schmerzen, die nicht an der Stelle empfunden werden, an der sie ihren Ursprung haben), also nicht vom Steißbein selbst her stammen
  • Viele der Patienten in unserer Praxis, die sich das Steißbein entfernen ließen, erzielten dadurch keine Linderung
  • Schmerzen im Steißbein sind oft mit Schmerzen nach dem Stuhlgang verbunden

  • Schmerzen im unteren Rücken treten häufig auf; sie verwirren Patienten und Ärzte oft, weil es sich um vom Beckenboden ausgestrahlte Symptome (Symptome, die nicht an der Stelle empfunden werden, an der sie ihren Ursprung haben) handelt, die also nicht vom unteren Rücken her stammen
  • Die Beschwerden können auf der linken oder rechten Seite auftreten oder von einer Seite auf die andere wandern

  • In der Fachliteratur wird dieses Symptom selten erwähnt, wenn es unabhängig von Hemorrhoiden oder Analfissuren auftritt. Nach unseren Erfahrungen kommt es jedoch häufig vor
  • Eine Linderung der Symptome nach dem Stuhlgang tritt dann ein, wenn sich die verspannten Beckenmuskeln nach der Entleerung des Darms entspannen
  • Beschwerden nach dem Stuhlgang sind dann besonders beunruhigend, wenn dadurch für den Rest des Tages noch stärkere Symptome ausgelöst werden
  • Der Mechanismus der Stuhlentleerung involviert typischerweise das Auffüllen des Rektums mit Stuhl. Dies sendet dem inneren Analsphinkter und dem „Schambein-Mastdarm-Muskel” (Musculus puborectalis) ein Signal, sich zu entspannen, und löst die Empfindung von Stuhldrang aus.
  • Nachdem der Stuhl durch den entspannten Analsphinkter gestoßen und vom Körper eliminiert worden ist, schließt der innere Analsphinkter sich reflexartig wieder
  • Wir vertreten die Ansicht, dass bei einer Person mit Beckenschmerzen, die eine Verschlimmerung der Symptome nach dem Stuhlgang erlebt, der innere Analsphinkter dazu neigt, sich „übermäßig zu schließen”.
  • Das heißt, er spannt sich im Vergleich zu seinem Tonus vor dem Stuhlgang noch mehr an und scheint sich manchmal schmerzhaft zu verkrampfen
  • Schmerzen nach dem Stuhlgang scheinen weniger oft vorzukommen, wenn jemand entspannt ist und nicht in Eile, – was auch immer auf der Toilette zu einem entspannteren Zustand führt, könnte also diese Symptome vermindern
  • Schmerzen nach dem Stuhlgang verschwinden in der Regel, wenn sich die ganze chronische Anspannung des Beckenmuskels löst

  • Ein verringertes Interesse an Sex geht häufig mit Beckenschmerzen einher
  • Bei muskelbezogenen Beckenschmerzen weisen die an sexuellen Aktivitäten beteiligten physischen Strukturen typischerweise keine pathologischen Auffälligkeiten auf
  • Wir sind der Ansicht, dass es sich bei der reduzierten Libido um eine Mischung aus Ängsten, verringertem Selbstwertgefühl und Beckenschmerzen handelt, die sich alle negativ auf die sexuelle Erregung und das Interesse an Sex auswirken
  • Wenn die Schmerzen und die Funktionsstörung der Beckenmuskeln erfolgreich behandelt sind, normalisiert sich sich in der Regel auch die Libido

  • Das Schlimmste an Beckenschmerzen ist der Katastrophengedanke, dass diese nie wieder weggehen werden
  • Die Aufmerksamkeit der meisten Patienten mit chronischen Beckenschmerzen konzentriert sich ganz auf ihre Schmerzen
  • Ängste und Katastrophengedanken lenken vom Leben ab und führen dazu, dass sich der Patient eine Zukunft ausmalt, die nicht zumutbar ist
  • Obwohl wir Patienten mit der Diagnose IC als Gruppe nicht spezifisch studiert haben, wissen wir, dass Ängste und emotionale Erregbarkeit wesentliche Merkmale von IC-Patienten sind; wir gehen darum davon aus, dass unser Verfahren mit seinem Fokus auf einer Verminderung der Erregung des Nervensystems diesen Patienten wesentlich helfen kann.

  • Beckenschmerzen nehmen Patienten die Fähigkeit, in Beziehungen zu Angehörigen und Freunden voll da zu sein
  • Ein sozialer Rückzug ist oft die Folge chronischer Schmerzen, die verhindern, dass man den Moment genießen kann
  • Chronische Beckenschmerzen haben gravierende Auswirkungen auf Beziehungen, darunter auch auf die Partner der Betroffenen
  • Schwierigkeiten in Partnerschaften entstehen, wenn Patienten Sex meiden und kein Interesse haben, gemeinsam auszugehen, etwas mit anderen zu unternehmen, Reisen zu planen, sich den Kindern zu widmen, Kontakte zu pflegen und an anderen normalen Aktivitäten in einer Partnerschaft oder Ehe teilzunehmen

  • Das Selbstwertgefühl einer Person, die an Beckenschmerzen leidet, ist fast immer beeinträchtigt
  • Die meisten Männer und Frauen mit chronischen Beckenschmerzen befürchten, dass niemand mit ihnen zusammen sein will

  • Schlafstörungen treten häufig auf
  • Patienten erwachen, weil sie urinieren müssen, oder weil sie Schmerzen oder Angstzustände haben
  • Wir haben eine wissenschaftliche Arbeit über den früh-morgendlichen starken Anstieg des Kortisolspiegels bei Patienten mit Beckenschmerzen geschrieben. Cortisol and Men with Chronic Prostatitis – American Urological Association Poster 2007

  • Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit sind die tatsächlichen Quellen des Leidens für Menschen mit chronischen Beckenschmerzen
  • Die Hilflosigkeit rührt von der Unfähigkeit des Patienten her, die an seiner Energie zehrenden und beängstigenden Schmerzen/Beschwerden zu stoppen
  • Hoffnungslosigkeit ist die Folge einer fehlenden Lebensperspektive – der Patient sieht nichts am Horizont, das ihm helfen könnte

  • In unserer klinischen Praxis haben wir festgestellt, dass Menschen mit IC typischerweise viele Triggerpunkte im vorderen Beckenbereich aufweisen, und zwar im Rectus abdominus und im vorderen Levator ani und Obturator internus
  • Eine vom Patienten selbst vorgenommene Physiotherapie des Beckenbodens und die Reduzierung von Ängsten spielen nach unserer Erfahrung bei der Behandlung der Symptome eine große Rolle

  • Kann während des Geschlechtsverkehrs oder danach Schmerzen empfinden
  • Der Schmerz wird außerhalb oder innerhalb, oder sowohl außerhalb als auch innerhalb der Vagina empfunden
  • Bei einer Untersuchung des Beckens können die während des Geschlechtsverkehrs auftretenden Schmerzen durch Palpation (Abtasten) der Triggerpunkte oft repliziert werden

  • Einem Bericht von Moldwin et al. im Journal of Urology zufolge verschlimmern bestimmte Nahrungsmittel die Symptome der interstitiellen Zystitis. Sie schreiben Folgendes: Bei einer großen Gruppe von Patienten mit schmerzhaftem Blasensyndrom/interstitieller Zystitis verschlimmern sich die Symptome, wenn sie gewisse Nahrungsmittel zu sich nehmen.
  • Die am häufigsten implizierten Nahrungsmittel mit den unangenehmsten Wirkungen sind Kaffee, Tee, alkoholische Getränke, Zitrusfrüchte und -säfte, künstliche Süßstoffe und scharfe Pepperoni.
  • Wir haben jedoch auch schon Patienten behandelt, die eine Verschlimmerung ihrer Symptome nach dem Konsum gewisser Nahrungsmittel meldeten, obschon bei ihnen keine Hinweise auf eine interstitielle Zystitis vorlagen. Somit ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kein definitiver Marker für IC.

  • Sowohl gewöhnliche Stressfaktoren als auch außergewöhnlicher Stress führen häufig zu einer Verschlimmerung der der Symptome
  • Wenn Stress der Auslöser der Beckenschmerzen war, neigt dieser Stress außerdem dazu, den Kreislauf von Anspannung-Ängsten- Schmerzen-Schutzhaltung in Gang zu setzen, der danach aktiviert bleibt, auch wenn der Stress vorbei ist

  • Eine interstitielle Zystitis kann mit anderen Störungen wie dem Reizdarmsyndrom, einer Fibromyalgie, Vulvodynie, Vulva Vestibulitits, Beckenbodenfunktionsstörung, dem Raynaud-Syndrom und Migränen einhergehen.
  • Manche Menschen mit der Diagnose IC erlebten nicht selten Trauma in ihrer Kindheit, litten an Angstzuständen und leben gegenwärtig mit einer bedeutenden psychischen Belastung

WAS VORÜBERGEHEND HELFEN KANN:

  • Heißes Wasser oder Wärme bringen häufig vorübergehend Hilfe
  • Bei kaltem Wetter flackern die Symptome bei manchen Patienten auf

  • Die sogenannten Benzodiazepine sind Medikamente, die die Symptome oft ein paar Stunden lang lindern können; sie sind hilfreich, wenn sie gekonnt eingesetzt werden
  • Benzodiazepine machen jedoch süchtig; wenn sie regelmäßig gegen Beckenschmerzen eingenommen werden, können sie ihre Wirkung verlieren
  • Benzodiazepine machen müde und sollten nicht eingenommen werden, wenn man Auto fährt oder Tätigkeiten ausübt, die Reaktionsfähigkeit und Wachsamkeit erfordern

  • Kurze Schlafperioden während des Tages oder ein Urlaub helfen manchmal, die Schmerzen zu lindern